Archiv der Kategorie: Allgemein

Jahresrückblick 2017

Das Jahr 2017 Endet bald. Jetzt ist für uns der richtige Zeitpunkt auf das Vergangene Jahr zurückzuschauen, und es hat sich einiges in der Raumfahrt getan.  Besonders die Entwicklung im Flugbetrieb von SpaceX hat uns begeistert. Aber auch sonst waren viele Raumfahrtfirmen dieses Jahr sehr Erfolgreich.

Was wahren die Wichtigsten Ereignisse in der Raumfahrt 2017

SpaceX

2017 hat SpaceX deutlich öfter gestartet. Obwohl sich die Reperatur des Startplatzes SLC-40 In Cape Caneveral länger hinzog als ursprünglich geplant konnte SpaceX seine Falcon 9 Rakete 18 Mal erfolgreich starten. Dabei gelang es die Wiederverwendung in den Betrieb einzuführen und bereits wichtige Kunden, wie die NASA, zu überzeugen, auf Wiederverwendeten Erststufen zu fliegen. Insgesamt wurde 5 Recycelte Erststufen erneut geflogen. SpaceX bemannte Raumkapsel hat sich verzögert und wird jetzt voraussichtlich 2018 Einsatzbereit.

Bemannte Mars Mission

SpaceX hat auf Dem Internationalen Astronauten Kongress nochmals beton bemannt zum Mars fliegen zu wollen. Das Raptor Triebwerk welches hierfür genutzt werden soll befindet sich in der Entwicklung. Wo die Entwicklung genau steht ist unbekannt jedoch hat Elon Musk angekündigt im zweiten Quartal 2018 mit dem Bau des ersten Raumschiffes zu Beginnen.

Microlauncher Entwicklung

Die Entwicklung der Microlauncher, das sind sehr kleine Raketen für kleine Nutzlasten ging 2017 in eine Entscheidene Phase. Die Electron Rakete von Rocket Lab, welche zuerst einen Fehlstart hatte ist jetzt soweit es ein zweites Mal zu Versuchen. Wahrscheinlich wird der Start jetzt im Januar stattfinden. Andere Abieter wie Vector Space System stehen auch davor 2018 orbital starten zu wollen. Neben den bald Verfügbaren Raketen haben die Entwickler von Microlaunchern 2017 auch eine Reihe von Aufträgen bekommen.

Blue Origin

Blue Origin hat 2017 weiter an seiner Suborbitalen New Sheppard Rakete gearbeitet. Diese soll jetzt in Finaler Version bereitstehen und muss nur noch einige Test absolvieren bevor sie in den Kommerziellen Markt eingeführt werden kann.
Weiter gearbeitet hat Blue Origin auch an der New Glenn Rakete, auch wenn diese erst 2020 Erstmals starten soll.

Drei Raketenstarts in einer Nacht

Heute Nacht sind drei Raketen gestartet. Die Raketenstarts wurden von Japan, China und von SpaceX, aus den USA durchgeführt. Dabei brachten alle drei Raketen ihre Nutzlasten in den geplanten Erdorbit.

SpaceX startete 10 Satelliten für Irridium auf ihrer Falcon 9 Rakete. Die Falcon 9 startete aus Vandenberg, Kalifornien. Dies ist bereits der vierte Start den SpaceX für Iridium durchführt. geplant sind noch weitere drei Starts auf Falcon 9 Raketen.

Die Satelliten werden nach dem erfolgreichen Start Seperiert

Die Satelliten werden nach dem erfolgreichen Start Ausgestossen Quelle: SpaceX webcast

Japan hat auf einer H-IIA Rakete den Satelliten SLATS (Super Low Altitude Test Satellite) gestartet. Dieser ist ein Erdbeobachtungssatellit der auf einem besonders niedrigen Orbit unterwegs ist. In nur 180-260 km Höhe soll er mindestens zwei Jahre arbeiten. Dabei wird er die sich in dieser Höhe noch deutlich auswirkende Bremswirkung der Restatmosphäre mithilfe eines Ionentriebwerks kompensieren.

Eine Japanische H-IIA nach dem Start

Japanische H-IIA Rakete nach ihrem 12. Start mit (IGS) Quelle NARITA Masahiro

China startete heute um 5:14 Uhr MEZ den Satelliten LKW-2 (Land Surveying Satellite-2) auf einer Langer Marsch 2D. Dabei handelt es sich möglicherweise um ein Satellit für Militärische Anwendungen.

SpaceX startet heute Iridium Next Flug 4

Morgen früh, um 2:26 Uhr MEZ startet SpaceX zum vierten mal eine Falcon 9 Rakete für Iridium. Dabei werden 10 neue Iridium Next Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn gebracht.

Falcon 9 vor den vierten Start für Iridium

Falcon 9 vor den vierten Start für Iridium                Quelle: SpaceX Twitter

Bei diesen Start, wo eine wiederaufbereitete Erststufe eingesetzt wird, wird es keine Landung der ersten Stufe der Falcon 9 geben. Da SpaceX keine Landebeine angebracht hat, aber die sogenannten Grid Fins, Steuerflächen zur Aerodynamischen Steuerung in der Atmosphäre, gehen manche Spekulanten davon aus das  SpaceX einen besonders anspruchsvollen Wiedereintritt in die Erdatmosphäre testen will.

Auch wird SpaceX wohl eine Bergung ihrer Nutzlastverkleidung testen. Dafür ist ein Schiff mit den Namen Mr. Steven für SpaceX unterwegs. Wenn es SpaceX gelänge die Nutzlastverkleidung erfolgreich zu Landen und Wiederzuverwenden, könnte SpaceX noch einmal einige Millionen einsparen. So eine Nutzlastverkleidung kostet etwa 4 Millionen US-Dollar.

Beim geplanten Start ist jetzt die Interstage, die Erst und Zweitstufe verbindet schwarz. Dies deutet darauf hin, das einige Neuerungen integriert wurden. Vielleicht erfahren wir hier noch mehr während des Starts.

Falcon Heavy 5 Erwartungen und Hoffnungen

Demnächst, jetzt wahrscheinlich Mitte Januar, soll die Falcon Heavy erstmals starten. Dabei sind mit dieser außergewöhnlichen neuen Trägerrakete einige Erwartungen und Hoffnungen Verbunden. Auf welche 5 Eigentschaften die Experten bei der Falcon Heavy besonders hoffen, darauf will ich hier einmal näher Eingehen.

Falcon Heavy auf dem Launchpad

Falcon Heavy auf dem Launchpad Quelle: SpaceX

Der Preis

Die Falcon Heavy wird zu einem Preis angeboten der deutlich unter denen Vergleichbare Träger liegt. Der Preis pro Kg Nutzlast liegt sogar tiefer als bei den Russischen Trägern, bei denen man allerdings den niedrigeren Preis mit einer deutlich niedrigeren Zuverlässigkeit bezahlt. Satellitenanbieter können durch den niedrigeren Preis ebenfalls ihre kosten Senken und so ihren Service einer potentiell größeren Nutzergruppe anbieten.

Auch ein wichtiger Kunde, die US Regierung könnte von den Niedrigeren Kosten Profitieren. Die US-Behörden zahlten in der Vergangenheit bereits Preise rund um eine halbe Milliarden US-Dollar für einen Flug in Dieser Leistungsklasse. Mit der Falcon Heavy sollten die kosten auf unter 150 Millionen US-Dollar fallen.

Die Wissentschaft

Die Wissenschaftler würden enorm von den geringeren Preis profitieren, da diese meistens in den Programmen der NASA ein bestimmtes Budget haben. Mit diesem muss dann der Start und die Mission bezahlt werden. Wird der Start billiger bleibt mehr Geld für die Wissenschaft über.

Die Nutzlast

Die Nutzlast der Falcon Heavy ist mehr als doppelt so Hoch wie beim nächstkleineren Träger, dadurch werden schwerere Satelliten möglich. Außerdem könnten deutlich größere Nutzlasten mit bis zu 16800 kg in Wissenschaftlichen Missionen zum Mars fliegen.

Die Triebwerke

SpaceX setzt in der Falcon Heavy 3 mal 9 Merlin Raketentriebwerke ein. Diese 27 Triebwerke zu Steuern ist eine gute Möglichkeit, die Steuerung solcher größerer Triebwerksblöcke zu verbessern. Bei der Marsrakete von SpaceX ist geplant sogar 31 Triebwerke in der Erststufe einzusetzen. Hier soll durch die Massenproduktion der Triebwerke und deren Wiederverwendbarkeit Geld gespart werden. Bei anderen Startanbietern setzt man oftmals nur ein Triebwerk ein, wie zum Beispiel bei der Ariane 6. Hier beschreitet SpaceX also Technologisches Neuland.

Die Wiederverwendung

Bei der Falcon 9 kann die Erststufe bereits erfolgreich wiederverwendet werden. Bei der Falcon Heavy ist es jetzt sogar möglich Erststufe und die beiden Boosterstufen wieder landen zu lassen. Dabei steigt also der Anteil der Rakete, der Wiederverwendbar ist. Dies könnte SpaceX helfen weitere Kosteneinsparungen zu erzielen.

Falcon Heavy Erste Bilder veröffentlicht

Von der Falcon Heavy Rakete wurden jetzt erste Bilder veröffentlicht. Diese zeigen die Falcon Heavy im Hanger von SpaceX, der am Startplatz 39-A in Cape Caneveral, Florida steht. Dabei fehlt nur noch die Oberstufe auf der Rakete. Diese wird vermutlich erst nach dem Hotfire Test aufgesetzt.

Falcon Heavy im Hangar

Falcon Heavy im Hangar       Quelle: Elon Musk Twitter

Es gibt auch noch ein Bild von den 27 Merlin Triebwerken der Falcon Heavy. Beim Start so twitterte Elon Musk, hat die Falcon Heavy einen Gesamtschub von 2300 metrischen Tonnen. Die Saturn 5 Rakete, womit die Amerikaner zum Mond geflogen sind hatte noch einmal 50 % mehr Startschub.

Die 27 Merlin Triebwerke der Falcon Heavy starten die Rakete

Die 27 Merlin Triebwerke der Falcon Heavy             Quelle: Elon Musk Twitter

Neben der Rakete im Hangar soll auch die Nutzlast, der Tesla Roadster von Elon Musk bereits auf dem Nutzlastadapter montiert worden sein. Hierzu soll es bald ebenfalls Bilder geben.

SpaceX startet CRS-13 Mission zur ISS

SpaceX hat am Freitag dem 15.12.2017 ein Dragon Raumkapsel zur ISS gestartet. Die Dragon Kapsel startete auf einer Falcon 9 Rakete aus Cape Caneveral, Florida. Die Erstsufe flog bei diesem Start bereits zum Zweiten Mal. Dies war das Erste Mal das SpaceX eine Flugerprobte Stufe für die NASA einsetzte.

CRS-13 beim Start Quelle: SpaceX Twitter

Die Dragon Kapsel ist mit 2.205 kg Fracht beladen. Dazu gehört zum Beispiel ein Experiment zur Untersuchung von Weltraumschrott, Computerhardware und Versorgungsgüter für die Astronauten an Bord der ISS.

Gelandete Erststufe nach dem start von CRS-13

Gelandete Erststufe nach dem Start von CRS-13 Quelle: SpaceX Twitter

Dieser Flug ist der Erste vom Startplatz SLC-40 in Cape Caneveral seit dieser bei der Startvorbereitung für Amos-6 stark beschädigt worden ist. Seit dem wurde die Geräte am Startplatz nicht nur wieder aufgebaut sondern auch modernisiert.

Jetzt wo SLC-40 wieder in Betrieb ist steht auf SLC-39A noch der Start der geheimnisvollen ZUMA Nutzlast an. Dieser könnte demnächst erfolgen. Danach wird SpaceX hier ihre Falcon Heavy starten.

Vector Space Systems erhält großen Auftrag

Das junge private Raumfahrtunternehmen Vector Space Systems, hat jetzt einen größeren Auftrag erhalten. Dabei geht es um 12 kleinere Satelliten die auf einzelnen Raketen für Astro Digital in den Erdorbit gebracht werden sollen. Hierfür werden ab 2018 jährlich zwei bis vier Raketen starten.

Vector-R Rakete

Vector-R Rakete Quelle Vector Space System

Alternativ hierzu hätte Astro Digital alle 12 Satelliten auf größeren Raketen als Sekundärnutzlast starten können, doch man hat sich dagegen entschieden. Der Grund hierfür ist, das sie dann denn Startzeitpunkt und den Zielorbit nicht genau bestimmen könnten.

Außerdem hatte Astro Digital bereits im Juli 2017 zwei Satelliten nach einem Sojus Start verloren. Angeblich sind die Satelliten kurz nach der Trennung von der Trägerrakete mit einem Teil der Trennvorrichtung zusammengestoßen und dabei zerstört worden.

Die dezidierte Lösung soll jetzt mehr Flexibilität und Sicherheit verschaffen. Außerdem sollen Kosten gespart werden.

Während Vector Space Systems bereits Aufträge bekommt, baut man in Tucson, Arizona an einer großen Produktionshalle. Hier soll die Produktionskapazität so weit ausgebaut werden das Vector Space System ihre Vector-R Rakete in einer hohen Frequenz starten kann.

New Glenn Rakete von Blue Origin soll 2020 starten

Blue Origin arbeitet nicht nur an einen Suborbitalen Raumfahrtsystem wofür vor kurzen erstmals die Finale Kapsel getestet wurde, hier könnt ihr darüber mehr lesen, sondern auch an einen größeren Orbitalen Träger ihrer sogenannten New Glenn Rakete. Diese Rakete ist wie die Falcon 9 von SpaceX teilweise Wiederverwendbar. Dabei soll ihre Erststufe immer auf einen Schiff landen, welches zur Stabilisierung dabei fahren soll. SpaceX hat bei ihrer Falcon 9 die Möglichkeit, wenn nicht der komplette Treibstoff für den Start verbraucht wird, zum Startplatz Zurückzufliegen, und dort auf einem Landeplatz zu Landen. Blue Origin will die New Glenn Rakete ab 2020 einsetzen. Bei einem Start sollen bis zu 45000 kg in einen niedrigen Orbit gebracht werden können. Damit wird nur noch die Falcon Heavy von SpaceX eine höhere Nutzlast auf den kommerziellen Markt anbieten.

Bue Origin New Glenn Rakete

Bue Origin New Glenn Rakete           Quelle: Blue Origin

Dafür hat Blue Origin vor kurzen ein großes Fabrikgebäude auf Merritt Island gebaut. Hier sollen die zweiten und dritten Stufen von der New Glenn Rakete in höherer Stückzahl gebaut werden. Die ersten Stufen sollen nach jedem Start wieder Landen und dann jeweils 100 Mal eingesetzt werden können. In der jetzt fertiggestellten Fabrik sollen 4 Erststufen gelagert werden können. Das ermöglicht eine kleine Sicherheitsreserve, sollte es bei den ersten Landungen zu Ausfällen kommen.

Dieses Modell ähnelt dem von SpaceX sehr stark, hat aber auch seine eigenen Akzente, zB. landet SpaceX immer wenn es geht an Land und will das in Zukunft mit noch größeren Trägern nur noch machen, Blue Origin will immer auf einen Schiff landen.

Blue Origin fliegt neue Crew Kapsel

Blue Origin hat jetzt einen Flug ihrer neuen Crew Kapsel durchgeführt. Mit dieser Kapsel will Blue Origin ihre Raumkapsel und den Booster, der nach jeden Start wieder landet final Testen. Diese Kapsel enthält die größten Fenster, die jemals in den Weltraum geflogen sind. Damit will man die Fähigkeit erlangen bemannte Suborbitale Raumflüge durchzuführen. Vor den Start wurde das Triebwerk für einige Sekunden getestet. Danach stieg die Kapsel knapp über 100 km Höhe und landete dann wieder mit seinem Fallschirmen. Der Booster landete auf seinen Triebwerk, wobei er vor der Landung in einen Schwebeflug ging.

 

Bis Menschen mit so einer Kapsel in den Weltraum fliegen, wird Blue Origin noch einige Tests durchführen. Dabei hat Jeff Bezos gute Chancen als erstes Menschen gegen Bezahlung Suborbital in den Weltraum zu schicken. Jahrelang galt Virgin Galactic in diesem Bereich der privaten Raumfahrt als führend, jedoch sieht es nicht mehr danach aus, das hier bald überhaupt etwas in den Weltraum startet.

SpaceX repariert Startplatz SLC-40 und investiert

SpaceX ist gerade dabei den Betrieb am Startplatz SLC-40 in Cape Caneveral wieder aufzunehmen, nachdem der Startplatz vor über einem Jahr bei einer Explosion stark beschädigt wurde. Morgen will SpaceX hier CRS-13 starten.

Dieser Start wird gleich mehrere Primären bereithalten. Zum ersten Mal startet SpaceX eine “flugerprobte” Falcon 9 Erststufe für die NASA. Der Startplatz wurde komplett erneuert und wird zum ersten Mal heiß getestet.

Der neue Startplatz in den SpaceX 50 Millionen US-Dollar gesteckt hat soll außerdem kürzere Pausen zwischen den Starts ermöglichen. So soll es möglich sein ein Start pro Woche durchzuführen. Mit diesem Startplatz will SpaceX seine Startrate 2018 weiter stark steigern. Damit will SpaceX die Kosten pro Start weiter senken und seinen Marktanteil weiter ausbauen.