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Heute Startet die Falcon Heavy Rakete Was ist geplant?

Der Falcon Heavy Start

Heute will SpaceX endlich seine Falcon Heavy Rakete starten. Doch wie ist der Start genau geplant?
Die Falcon Heavy soll gegen 19:30 von LC-39A abheben. Dabei sorgen 27 Merlin Triebwerke für einen Schub von 22800 kN. Die Zentrale Stufe wird kurz nach dem Start ihren Schub reduzieren um Treibstoff zu sparen. Dieser Treibstoff wird dann nach dem Abwurf der beiden Booster genutzt werden um die Rakete weiter zu beschleunigen.

Falcon Heavy auf dem Launchpad in Cape Caneveral

Falcon Heavy auf dem Launchpad Quelle: KennedySpaceCenter

Die Trennung der Booster erfolgt dann etwa 2:33 Minuten nach dem Start. Danach werden die Booster umdrehen und wieder zum Startplatz zurückfliegen. Dieser Rückflug erfolgt leicht Zeitversetzt wodurch die Landung der beiden Booster nicht gleichzeitig erfolgt.

Währenddessen setzt die Rakete ihren Weg in den Erdorbit fort. Zunächst schaltet dann die Zentrale Stufe ab. Da die Stufe schon sehr schnell ist, viel schneller als bei einem Falcon 9 Start, wird sie auf der Hochseeplattform von SpaceX Landen.

Die Oberstufe fliegt mit dem Tesla zunächst in eine Erdumlaufbahn. Dort wird sie etwa 6 Stunden Verbleiben, bis sie wieder Zündet. Dabei wird sie den Tesla in einem Heliozentrischen Orbit bringen, den ihn zwischen 380 – 450 Millionen km von der Erde wegführt.

Sollte dies so alles erfolgreich sein, wäre das ein riesiger Erfolg für SpaceX. Doch selbst wenn nicht alles klappt, muss das nicht schlimm sein. Für Elon Musk ist der Start bereits ein Erfolg, wenn es die Rakete soweit vom Startplatz weg schafft um ihn nicht zu beschädigen. Elon Musk sagte bereits mehrfach das er mit einer 50/50 Chance rechnet, dass alles gut geht

Was macht die Falcon Heavy so besonders?

Die Falcon Heavy ist ab heute Abend die aktive Rakete mit der höchsten Nutzlast weltweit. In der Geschichte wird sie lediglich von der Saturn 5 übertroffen. Auch die Russische N1 Rakete war stärker, jedoch nie erfolgreich.

Durch die Wiederverwendung der Booster, sowie der Zentralstufe kann SpaceX die Falcon Heavy zu einem Preis anbieten, der alle aktuellen größeren Raketen schlägt. Die heutige Falcon Heavy besteht noch aus Stufen die lediglich zweimal wiederverwendet werden können. In Zukunft sollen alle Erststufen bei SpaceX in der Version Block 5 kommen. Block 5 soll sich bis zu 100 Mal wiederverwenden lassen und dabei nur alle 10 Flüge eine größere Wartung benötigen.
Die erste Block 5 Stufe wurde bereits hergestellt und soll demnächst zuerst in einer Falcon 9 eingesetzt werden.
Die Nutzlast ist zudem zwei bis dreimal größer als bei den aktuell größten Raketen. Das ganze macht die Falcon Heavy auch ökonomisch zu einem Gewinner.

Mars Mission Insight der NASA geht in den Endspurt

Insight ist ein Stationärer Mars Lander unter der Leitung der US-Amerikanischen Raumfahrtagentur NASA. Die Marssonde soll im Mai 2018 zum Mars starten. Der Hersteller des Raumfahrzeugs ist Lockheed Martin Space Systems.

Insght Marslander auf dem Mars

Künstlerische Darstellung Insight auf dem Mars Quelle: NASA/JPL

Beteiligt sind Wissenschaftler aus Frankreich, Deutschland, Österreich, Belgien, Kanada, Japan, Spanien, Großbritannien, Vereinigte Staaten von Amerika und der Schweiz.

Nachdem Insight bereits 2016 starten sollte, soll der Insight Lander jetzt ab dem 5. Mai 2018 auf einer Atlas 5 starten, damals war eine Beschädigung an der Vakuumkammer von SEIS in einem Test festgestellt worden und eine Rechtzeitige Reparatur nicht mehr möglich. Da bei einem Start zum Mars die Planetenkonstellation zwischen Erde und Mars stimmen muss, öffnet sich das Startfenster nur etwa alle 26 Monate.

Der Marlslander Insight ist mit 2 wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet. Zusätzlich wird das Kommunikationssystem für ein wissenschaftliches Experiment genutzt.

Das Seismic Experiment for Interior Structure (SEIS) ist ein Instrument, welches sehr genaue Messungen, über die seismologischen Aktivitäten auf dem Mars durchführen soll. Dabei können durch die gemessenen Wellen von Erdbeben, Asteroideneinschläge und aus anderen Quellen Rückschlüsse auf das Innere des Planeten Mars gezogen werden. Es sollen erstmals mit den Daten von SEIS etwas über den Aufbau von Kruste, Mantel und Kern vom Mars gesagt werden können.

Das zweite Instrument ist Heat Flow and Physical Properties Package (HP3). Dieses Instrument soll mit einer Wärmestromsonde 5 Meter unter die Marsoberfläche bohren. Damit soll der Wärmestrom aus den Planetenkern gemessen werden. Dabei interressiert vor allem ob der Mars einen flüssigen Kern besitzt. Außerdem währe es die erste Bohrung auf dem Mars mit einer tiefe von einigen Metern. Diese Technologie könnte später genutzt werden um nach Unterirdischem Leben zu suchen. Das Instrument wurde vom deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) beigesteuert.

Als Drittes wird Rotation and Interior Structure Experiment (RISE) durchgeführt. Dabei soll mithilfe des Kommunikationssystems die Rotation des Mars mit einer Genauigkeit von 2 cm vermessen werden. Mithilfe neuer Daten und ältere aus dem Viking Programm und dem Mars Pathfinder Programm soll es möglich sein die Größe des Planetenkerns deutlich genauer zu berechnen.

Marsmission werden CubeSats eingesetzt

Erstmals wäherend einer Marsmission werden CubeSats eingesetzt Quelle: NASA

Beim Start von Insight werden erstmals zwei Cubesats 6U mit den maßen 30*20*10cm auf einer interplanetarischen Mission eingesetzt. Diese Cubesats werden die Kommunikation in der Landephase unterstützen.

Die Landestelle von Insight auf dem Mars

Die Landestelle von Insight auf dem Mars Quelle: NASA

Im März 2017 hat das JPL aus vorher vier untersuchte Landestellen eine Ausgewählt. Die Landung soll im Westen des Elysium Planitia bei 4.5°N 135.9°E erfolgen. Dort sind alle Bedingungen für den Lander erfüllt. Dieses Gebiet auf dem Mars liegt relativ tief was eine Landung erleichtert. Außerdem soll es auf der Oberfläche nur wenige Unebenheiten geben, welche den Lander, bei seiner Landung gefährlich werden können. Der Lander kann hier in Äquatornähe optimal mit seinen auf Solarstrom basierende Stromversorgung mindestens ein Marsjahr arbeiten. Ein Marsjahr entspricht 687 Erd-Tage.