Archiv für den Monat: April 2017

Vector Space Systems will in den Weltraum

Vector Space Systems ist ein junges amerikanisches Raumfahrt Startup. Gegründent wurde es von Jim Cantrell 2016. Vector Space Systems hat seine Verwaltung in Tucson, Arizona. Im July 2016 übernahm die Firma Garvey Spacecraft. Danach begann die Entwicklung einer sehr kleinen Rakete.

Vector R (Rapid) Rakete und Prototyp

Vector R (Rapid) Rakete und Prototyp Quelle Vector Space Systems

Die Vector R (Rapid) soll lediglich 50 kg in eine Erdumlaufbahn bringen können und währe damit die kleinste Orbitale Rakete Weltweit. Daneben ist auch noch eine Vector H (Heavy) geplant. Diese soll 100 kg in die Erdumlaufbahn befördern. Der erste Kunde ist Iceye aus Finnland. Neben den Raketen baut Vector Space Systems auch noch kleinere Satelliten. Diese werden teilweise im 3D-Druck Verfahren hergestellt.

Ein größenvergleich einiger orbitaler Trägerraketen

Vector R und Vector H im Vergleich mit anderen Raketen Quelle Vector spaces ystems

Vector Space Systems sieht sich als Beginn einer neuen “Milliarden Dollar Industrie” im Kleinsatelliten Segment. So plant man in Zukunft 100 Starts im Jahr durchzuführen mit den kleinen Raketen. Tatsächlich ist man nicht allein im Markt der sogenannten Microlauncher. Planet Lab plant in kürze mit der Electron Rakete genau in diesem Markt auch einzutreten.

Cygnus OA-7 dockt an die ISS an

Am 22.04.2017 hat der Raumfrachter Cygnus OA-7, der benannt war nach dem Raumfahrer und Senator S.S. John Glenn, an der Internationalen Raumstation angedockt. Der Arm der Raumstation wurde dabei von US-Astronaut Thomas Pesquet gesteuert.

Die Cygnuskapsel an der ISS am Greifarm

Die Cygnuskapsel an der ISS Quelle NASA, Orbital ATK

Der Raumfrachter “S.S. John Glenn” transportiert inclusive Verpackungsmaterial etwa 3370 kg Versorgungsgüter zur ISS. Gestartet wurde der Raumfrachter auf einer Atlas 5 Rakete vom Cape Caneveral. Dies war der siebte von zehn Starts des Raumfrachters unter einem Vertrag von Orbital ATK und der NASA. Dies soll die letzte Cygnus Kapsel sein, die auf einer Atlas 5 gestartet wurde. Die Letzten 3 Cygnus Kapseln sollen auf  der Antares 230 fliegen.

Cygnus OA-7 auf Atlas 5 in 3D gestartet

Der Cygnus Raumfrachter OA-7 ist heute mit Fracht für die ISS gestartet. Dabei wurde zum ersten Mal in der Raumfahrt ein Raketenstart live in 3D übertragen.

Die Cygnus Kapsel befördert 3000 Kg Versorgungsgüter und Wissentschaftliche Experimente zu ISS. Darunter befinden sich auch 38 Cube Sats von denen 4 direkt von der Cygnus Kapsel getrennt werden. Die Restlichen 34 werden mit zur ISS gebracht und dann von der ISS au ausgesetzt. Mehr zu Nutzlast können sie hier auf Englisch lesen.

Dies wahr der letzte Start einer Cygnus Kapsel auf einer Atlas 5. Die Nächsten werden wieder auf einer Antares Rakete starten. Seit dem letzten gescheiterten Start einer Antares Rakete hat Orbital ATK große Änderungen vorgenommen. Die Triebwerke wurden durch neuere  ersetzt.

SpaceX spart richtig und plant weiter für die Zukunft

Nach dem SpaceX vor einigen Tagen zum ersten Mal überhaubt, die erste Stufe einer Falcon 9 Rakete wiederverwendet hat, wobei über die Hälfte der Kosten eingespart werden konnten im Vergleich zu einer neu gebauten Stufe, sagte SpaceX President Gwynne Shotwell auf dem 33. Space Symposium in Colorado Springs. Jetzt plant SpaceX weitere Schritte um die Kosten in Zukunft weiter zu senken. So teilte Elon Musk mit, dass SpaceX demnächst den Turnaround zwischen dem Landen einer ersten Stufe, und dem erneuten Flug auf unter 24 Stunden verkürzen will. Dies würde es erlauben öfter zu Starten. Gleichzeitig würden dabei automatisch Kosten, die nicht einen einzelnen Start zuortbar sind pro Start zu senken. Hier drunter fallen zum Beispiel Mitarbeiter, Immobilien und Verwaltungskosten.

Desweiteren bereitet SpaceX den ersten Einsatz der Falcon Heavy vor. Bei ihren ersten Flug sollen auch gebrauchte Stufen eingesetzt werden. Diese Stufe die zu einem Falcon Heavy Booster umgebaut wurde flog bereits beim Start von Thaicom-8 in den Weltraum.

Die Thaicom-8 Erststufe wird als Falcon Heavy Booster wiederverwendet

Die Thaicom-8 Erststufe wird als Falcon Heavy Booster wiederverwendet Quelle: Gary Blair

Auch arbeitet SpaceX daran die Falcon 9 weiter zu entwickeln um sie in Zukunft leichter und schneller Wiederverwenden zu können. Dabei soll sie statt 2-3 Mal bei der jetztigen Version dann 5-10 Mal ins Weltall fliegen können. Diese Version, die Block 5 genannt wird soll die Finale Version der Falcon 9 werden. Auch sollen deutlich weniger Inspektionen erforderlich sein als an der aktuellen Stufe

Dann soll nicht nur die erste Stufe wiederverwendet werden, sondern auch die Nutzlastverkleidung. Diese wird nach ihrem Einsatz, wenn die Rakete die Atmosphäre verlassen hat, pneumatisch abgetrennt und tritt dann mit kleinen Steuerdüsen gesteuert in die Erdatmosphäre ein. Sobald die Verbleibende Geschwindigkeit gering genug ist, werden steuerbare Fallschirme ausgestoßen, und landen die Nutzlastverkleidung gezielt auf einem schwimmenden Luftkissen, welches bei SpaceX Hüpfburg genannt wird.

Die Electron Rakete: Ein Sieg der Microlauncher in der Raumfahrt

Die Electron Rakete, ist eine Rakete, für eine Nutzlast von 150 Kg in einen etwa 500 Km hohen, niedriegen Erdorbit. Die Rakete wird in Kalifornien von Rocket Lab gebaut und soll von der Mahia Halbinsel in Neuseeland starten. Später ist eventuell noch eine zweite Startrampe in den USA, am Spaceport Amerika geplant. Diese Nutzlastklasse, wird derzeit noch von keiner, auf dem Kommerziell Markt, verfügbaren Rakete angeboten. Wofür braucht Rocket Lab dann die Electron Rakete? Wer soll sie kaufen und wofür?

Von der Mahia Halbinsel soll die Electron Rakete Starten

Mahia launch Site, hier soll die Electron Rakete starten. Quelle: Rocket Lab Ltd.

Wie sieht der Markt für die Electron Rakete aus?

Die Electron Rakete soll mehrere kleine Satelliten mit einem Gewicht von einigen Kilogramm in den Niedrigen Erdorbit transportieren oder einem Satelliten bis 150 Kg. Diese Satelliten werden derzeit noch bei großen Satelliten, als sogenannte Sekundäre Nutzlast mitgenommen. Der Markt wächst derzeit schnell und schon bald reichen die Sekundären Startplätze der Satelliten nicht mehr aus.

Electron Rakete mit CEO Peter Beck

Electron Rakete mit Sicht auf die Triebwerke und CEO Peter Beck Quelle: Rocket Lab

Gibt es weitere Vorteile der kleineren Electron Rakete?

Heute fliegen kleine Satelliten häufig als Sekundäre Nutzlast. Das heißt der Betreiber der kleinen Satelliten kann sich den Orbit nicht aussuchen, sondern muss auswählen, aus dem was angeboten wird. Rocket Lab will jetzt Bahnen anfliegen die von den kleinen Satelliten häufig genutzt werden sollen. So kann die Electron Rakete den Orbit ganz nach der Vorstellung der Kleinsatelliten Betreiber auswählen und so Optimale Betriebsparameter bieten.

Was ist an den Triebwerken der Electron Rakete besonders?

Die Electron Rakete ist keine Rakete wie jede andere. Ihre 9 Rutherford Triebwerke besitzen elektrische Treibstoffpumpen. Dafür besitzen sie jeweils eine 16 Kg schwere Batterie. Dadurch besitzen die Triebwerke einen sehr guten Wirkungsgrad. Ein weiterer Vorteil ist die Einfachheit von einem elektrischen Pumpensystem im Vergleich zu einem System wo ein Teil des Treibstoffs Verbrannt wird. Es gibt aber auch Nachteile. Wegen der schweren Batterie führt die Bauweise zu einem schlechten Schub zu Masse Verhältnis. In der Oberstufe wird ein Rutherford Triebwerk eingesetzt. Da das Triebwerk länger läuft wiegt die Batterie etwa 40 Kg. Ein Großteil der für das Triebwerk benötigtem Komponenten entsteht in einem 3D Drucker. Dadurch werden Kosten gespart.

Was ist an der Electron Rakete sonst noch außergewönlich?

Die Electron Rakete ist einer, der Erste Träger, der Tanks aus Faserverbundwerkstoffen einsetzt. Dies bedeutet eine weitere Gewichtsreduktion im Vergleich zu konvetionell gefertigten Tanks, aus zum Beispiel Aluminium. Dadurch kann die Electron Rakete, im Vergleich zu einem konventionellen Träger, mit gleicher Nutzlast kleiner gebaut werden, oder bei gleicher Größe, mehr Nutzlast in den Weltraum Transportieren.