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Falcon 9 mit Echostar 23 für Start bereit

Die Falcon 9 Rakete, die den Satelliten Echostar 23 starten soll, ist jetzt für den Start bereit. Der Start, soll am 16. März 2017 um 6:27 Uhr MEZ vom LC 39-A am Kennedy Space Center in Cape Caneveral erfolgen. Bereits am Donnerstag wurde der Hotfire Test erfolgreich durchgeführt.

Der Satellit Echostar 23 Quelle: Space Systems/Loral

Der Satellit Echostar 23, ist ein kommerzieller Kommunikations Satellit. Gebaut wurde er von Space Systems Loral. Betrieben wird er durch die Echo Star Corporation in den USA. Vorrangig richtet sich der Service auf dem Markt in Süd Amerika und dort vor allem auf Brasilien, wo er Fernsehprogramme ausstrahlen soll. Dafür ist er unter anderen mit 32 Ku Band Transponder ausgerüstet. Seine Solar Paneele stellen 15 kW elektrische Leistung bereit. Stationiert werden soll Echostar 23 bei 44,9 Grad West im Geostationären Orbit. Zum halten seiner Position, besitzt er vier Plasma Triebwerke, mit jeweils 83 Millinewton Schub. Seine Dienste soll er mindestens 15 Jahre bereitstellen.

Der Satellit besitzt ein Startgewicht von 5,5 t. Damit ist er die bisher schwerste Nutzlast einer Falcon 9 in den Geostationären Orbit . Wegen diesem hohen Gewicht, ist auch keine Landung, wie bei früheren Missionen möglich. In Zukunft, wenn SpaceX die Falcon 9 Block 5 einführt, kann der Träger bei einem Satellit dieser Klasse auf der Hochseeplattform Landen.

Merlin SpaceX Raketen Triebwerk

Das Merlin Raketentriebwerk treibt die Falcon Raketen von SpaceX an. Dazu gehören die Falcon 1, die Falcon 9 und demnächst auch die Falcon Heavy. Als Treibstoff benutzen sie RP1, was eine Form von Kerosin ist, und Sauerstoff. Über die Zeit wurde das Triebwerk immer weiterentwickelt. Führ die Einspritzung des Raketentreibstoffs wählte man eine ältere Technologie, dem Pintel Injektor.

Pintle Injektor Einspritzer

RP-1 in Rot, Sauerstoff in Blau Quelle: Marianoberna

Dieses Verfahren wurde erstmals bei den Lande Triebwerk, des Apollo Lande Modul eingesetzt. SpaceX nutzt ein Schub Vektor Control System, zur Steuerung seiner Raketen. Dabei werden 3 Computer in jeder Steuer Einheit genutzt. Im Oktober 2014 baute SpaceX sein hundertstes Merlin 1D Triebwerk. Bis heute wurden 250 Merlin 1D Triebwerke gestartet. Dabei kam es zu keinem Versagen des Merlin 1D.

Eine Falcon 9 besitzt 9 Merlin Triebwerken in der ersten Stufe

Die erste Version das Merlin 1A, war ein Raketentriebwerk mit 340 kN Schub in Bodennähe, dass noch relative einfach aufgebaut wahr. Die Kühlung erfolgte Ablativ, dass heißt auf dem Triebwerk war eine Schicht aufgetragen, die bei einer hohen Temperatur verdampft, und das Triebwerk so kühlt. Die Turbopumpe drehte mit 20.000 Umdrehungen pro Minute. Das Triebwerk hatte noch ein höheres Gesamtgewicht von 760 Kg.
Dieses Triebwerk wurde bei den beiden ersten Flügen der Falcon 1 eingesetzt

Die zweite Version, das Merlin 1B war eine Weiterentwicklung des Merlin 1A. Es hatte eine Modifizierte Turbopumpe. Die Turbopumpe hatte eine gesteigerte Geschwindigkeit auf 22.000 Umdrehungen pro Minute. Dadurch besaß es einen gesteigerten Schub auf 380 kN in Bodenhöhe. Dieses Triebwerk wurde nie eingesetzt.

Die dritte Version, das Merlin 1C wurde erneut weiterentwickelt. Es benutzte keine Appellative, sondern stattdessen eine regenerative Kühlung. Durch diese gesteigerte Kühlleistung konnte der gesamte Schub des Triebwerks auf 420 kN gesteigert werden. Das Gewicht konnte gleichzeitig auf 460 Kg reduziert werden.
Der erste Einsatz erfolgte 2008 beim dritten Flug der Falcon 1. Durch ein geändertes verhalten beim Abschalten, schlug der Flug fehl. Beim 4. Einsatz der Falcon 1 erreichte dann die erste Privat finanzierte Rakete mit Flüssigtreibstoff den Erdorbit.

Die fierte Version, das Merlin 1D wurde im Schub auf 650 kN gesteigert. Dies wurde über einen gesteigerten Brennkammerdruck erreicht. Eine Drosselung war am Anfang auf bis zu 70% Der Nominalen Triebwerksleistung möglich. Später wurde eine Drosselung auf 39% oder auf bis zu 360 kN erreicht. Nach diesem Angaben, die von Tom Mueller so gemacht wurden, besitzt das Merlin 1D ein Schub zu Gewicht Verhältnis von 158. Unter der Voraussicht das der Schub des Merlin 1D nochmal auf 825 kN gesteigert werden könne würde das Schub zu Gewicht Verhältnis auf 180 ansteigen. Dieses Merlin 1D v.2 soll in der Falcon 9 Block 5 eingesetzt werden, der finalen Version der Falcon 9. Das erreichte Schub zu Gewicht Verhältnis ist das höchste in dieser Klasse von Raketentriebwerken.
Der erste Flug erfolgte 2013 mit einer Falcon 9. Diese Rakete startete den Cassiope Satelliten für die Kanadische Weltraum Agentur in einen Polaren Niedrigen Erdorbit.

Das Merlin Triebwerk ist mittlerweile ein sehr effizientes Triebwerk. Bei seiner Entwicklung wurde auch eine mögliche Wiederverwendung des Triebwerks angedacht. Deshalb wurde es sehr stabil ausgelegt. Da SpaceX bereits einige Falcon 9 Erststufen erfolgreich gelandet hat, konnten die Triebwerke nach ihrem Einsatz untersucht werden. Dabei wurden Micro Risse entdeckt. SpaceX will in Zukunft ein Verfahren entwickeln, dass die Mikrorisse zukünftig ausschließen. Eine erste Wiederverwendung von 9 Merlin 1D Triebwerke ist beim Start zusammen mit der Erststufe einer Falcon 9 mit dem Satelliten SES-10 geplant. Dieser Start soll Ende März 2017 erfolgen.

Blue Origin nimmt den Mond in den Fokus

Blue Origin will jetzt auch eine Mondbasis beliefern können. Jeff Bezos, hat vor Blue Origin auch schon Amazon.com gegründet. Jetzt will er auch Lieferungen auf dem Mond anbieten. Dies soll eine Kolonisierung unseres Erdtrabanten ermöglichen.

Erst vor wenigen Tagen, hat SpaceX eine Mondmission angekündigt wo 2 Touristen den Mond umrunden sollen.

Das Konzept von Blue Origin ist sieben Seiten lang. Jeff Bezos hat es der NASA, sowie an das Übergangsteam von US-Präsident Donald Trump gesendet.

Der Mond wird wieder Interessant

Das Raumschiff von Blue Origin, welches erstmal Blue Moon heißt, soll etwa 4500 Kg Fracht zur Mondoberfläche befördern.

Jeff Bezos fordert die NASA dazu auf, ein Liefer System welches wir nach dem Vorbild von Amazon kennen, zu unterstützen. Der Dienst könnte 2025 einsatzbereit sein.

Ob die Mondpläne in eine bemannte Mondbasis aufgehen? Die Ausrichtung der NASA ist derzeit noch offen, da die Regierung auch noch keinen neuen Administrator ernannt hat. Nachdem aber, unter Obama, wo man sich auf dem Mars konzentrierte, nicht viel herauskam, dürfte der Mond wieder gute Chancen haben, unter der Trump Administration wieder mehr Beachtung zu finden.

SpaceX bringt Touristen zum Mond

SpaceX hat auf einer Pressekonferenz veröffentlicht, dass sie Ende 2018 2 Weltraumtouristen zum Mond befördern wollen. Beide Kunden haben laut SpaceX schon einen größeren Betrag angezahlt. Dazu will SpaceX eine Dragon 2 Kapsel auf einer Falcon Heavy einsetzen. Der Raumflug soll etwa 1 Woche dauern.

Die Dragon 2 Kapsel von SpaceXDie Dragon 2 Kapsel von SpaceX

SpaceX Dragon 2 Kapsel

Die Dragon 2 Kapsel wurde ursprünglich für die NASA entwickelt, um Astronauten zur Internationalen Raumstation zu befördern. Sie ist jedoch von SpaceX so ausgelegt worden, auch wesentlich höhere Wiedereintrittsgeschwindigkeiten wie sie bei Flügen vom Mond oder sogar vom Mars entstehen auszuhalten. Die erste Dragon 2 Kapsel soll dieses Jahr unbemannt getestet werden. Viele Technologien, wie der Hitzeschild, sind jedoch vom Vorgängermodell bereits bekannt.

Falcon Havy auf dem Launchpad Quelle: SpaceX

Die Falcon Heavy ist ebenfalls neu und soll Mitte dieses Jahres das erste mal unbemannt fliegen. Die Falcon Heavy setzt sich aus der bekannten Falcon 9 Konstruktion und zusätzlich 2 Booster zusammen, wobei die Booster ähnlich wie die erste Stufe sind. Die Nutzlast der Falcon Heavy zum Mond beträgt 22 Tonnen. Da jedoch nicht die volle Nutzlast benötigt wird, werden die Booster voraussichtlich zum Startplatz zurückkehren. Ob die zentrale erste Stufe zum Startplatz zurückkehren kann, oder auf einer Hochseeplattform landet, lässt sich heute noch nicht abschätzen.

Der Start soll vom kürzlich in Betrieb genommen Startplatz 39-A in Cape Canaveral erfolgen.

Falcon 9 CRS-10 gestartet

SpaceX hat heute um 15:39 Uhr eine Falcon 9 Rakete mit einer unbemannten Dragon Kapsel gestartet. Die Falcon 9 startete dabei vom Startplatz 39A in Cape Caneveral. Das Launchpad 39A ist der Startplatz, wo auch Apollo 11 zum Mond und später im Space Shuttle Programm viele Space Shuttles gestartet sind.

Das Discovery Space Shutlle flog von LC39-A und von LC39-B

Die Erststufe der Falcon 9 brachte die Zweitstufe zusammen mit der Dragon Kapsel auf eine suborbitale Bahn. Danach drehte die Erststufe um und führte eine Landung auf SpaceX eigenem Landeplatz durch, der sogenannten LZ-1 (Landing zone 1) Dies ist die dritte Landung auf Landing Zone 1 und die 6. Landung insgesamt.

Eine gelandete Erststufe auf LZ-1

Die Landung soll dazu führen, dass die Stufe wiederverwendet werden kann. Dies soll Kosten sparen. Die erste Wiederverwendung einer Stufe ist derzeit beim Start von SES-10 im März geplant.

Die Oberstufe brachte die Dragon Kapsel in einem Orbit. Etwa in 2 Tagen wird die Dragon Kapsel die Internationale Raumstation erreichen, und per berthing andocken. Dabei wird die Dragon Kapsel eine Flugbahn parallel zu ISS einnehmen und dann vom Canadarm2 eingefangen.

Hier gibt es das offizielle Presskit zum Start.

Der nächste Start von SpaceX mit der Falcon 9 ist derzeit für den 28.2.2017 mit Echostar 23 geplant.

Die Dragon Kapsel hat am 23. Februar 2017 beim zweiten Versuch erfolgreich angedockt. Beim ersten Versuch gab es Probleme mit dem GPS System. Das Abkoppeln von der Raumstation ist für den 24. März 2017 geplant.

Electron: Private Raumfahrt aus Neuseeland

Die Electron Rakete ist ein Produkt der Raumfahrtfirma Rocket Lab Ltd. Dieser Kleinträger soll eine kleine Nutzlast von 150 kg auf einen 500 km hohen sonnensyncronen Orbit befördern können. Der Träger wiegt beim Start 10500 Kg, ist 12 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 1,2 Meter. Ein Start der Electron Rakete kostet 4,9 Millionen US-Dollar. Die Electron Rakete soll jedoch auch Cubesats Starten. Der Start eines 1U Cubesat kostet 77.000 US-Dollar. Ein Start für einem 3U Cubesat soll 240.000 US-Dollar Kosten.

Die Electron Rakete wird in der ersten Stufe 9 Rutherford Raketentriebwerke einsetzen. Diese Triebwerke erzeugen jeweils 16,89 kN Schub beim Start. Die erste Stufe erzeugt also 152 kN Schub beim Start. Damit hat sie schon beim Start ein Schub zu Gewicht Verhältnis von etwa 1,5. Damit gehört sie zu den am stärksten beschleunigenden Raketen, beim Start mit flüssigen Treibstoff.

Die zweite Stufe setzt ein für die Bedingungen im Vakuum optimierte Version des Rutherford Raketentriebwerk ein. Dabei wurde die Düse Verlängert. Diese Vakuum Version des Triebwerks produziert einen Schub von 22 kN. Dieses Verhältnis von 9 Triebwerken in der ersten Stufe, sowie ein Triebwerk in der zweiten Stufe gibt es bereits, bei der Falcon 9 von SpaceX. Die Triebwerke werden mit flüssigen Sauerstoff, sowie mit RP-1 betrieben. RP-1 steht für Rocket Propellant 1 und ist  ein kerosinähnliches Treibstoffgemisch, das in den USA entwickelt wurde. Das Triebwerk wurde nach dem Neu Neuseeländischen Wissenschaftler Ernest Rutherford. Das Triebwerk hat die Besonderheit, dass die Treibstoffpumpen elektrisch angetrieben werden. Für jede der beiden Treibstoffkomponenten gibt es jeweils ein Elektrisches Pumpensystem. Diese Pumpen arbeiten mit 40.000 Umdrehungen pro Minute, bei 37 kW Leistung.

Mahia launch site Quelle: Rocket Lab Ltd.

Die ersten Start soll von Mahia von der Südinsel Neuseelands durchgeführt werden. Später ist auch eine Startrampe in den USA, in Florida geplant. Die Startrampe ist grundsätzlich bereit, für einen Start alle drei Tage.

Rocket Lab möchte eine Startrate von einem Start pro Woche oder mehr erreichen. Die wichtigsten Teile der Triebwerke werden im 3D-Druck Verfahren hergestellt. Dazu gehören die Brennkammer, die Treibstoffeinspritzung, die Treibstoffpumpen und die Hauptventile zur Steuerung des Treibstoffflusses. Dabei wird Metall Schicht für Schicht als Pulver aufgetragen und mit einem Laser zu einem Massiven Objekt verschmolzen.  Dies soll zusammen mit der Massenproduktion des Trägers, die Kosten niedrig halten. Der Erststart der Electron Rakete ist derzeit für den 28. Februar 2017 geplant.

SpaceX Falcon9 CRS-10 startet von 39A Cape Caneveral

SpaceX wird am 18. Februar 2017 wieder eine unbemannte  Dragon Kapsel auf einer Falcon 9 starten. Dies wird der erste Start seit etwa einem halben Jahr von SpaceX in Cape Caneveral, Florida. Das Launchpad ist das umgebaute 39A. Von diesem Launchpad starteten auch schon Apollo Raumschiffe zum Mond und die Space Shuttles.

Discovery Space Shutlle

SpaceX CRS-10 wird einige wissenschaftliche Experimente zur ISS bringen, wie das Stratospheric Aerosol and Gas Experiment, kurz SAGE 3. SAGE 3 ist ein im NASA Langley Research Center entwickeltes Experiment und wird Untersuchungen zum Ozon in der Atmosphäre durchführen.

Die gesamte Fracht zur Internationalen Raumstation unter Druck hat eine Masse von 2029 kg dazu kommen noch einmal 977 kg Vakuum Fracht

PS: wegen eines Problems mit dem TVC Systemen wurde der Start 13 Sekunden vor den geplanten Liftoff abgebrochen. Morgen gibt es ein Backup Startfenster um 15:38 MEZ.

Indien startet mit der PSLV C37 über 100 Satteliten

Indien hat heute eine PSLV gestartet. PSLV steht für Polar Satellite Launch Vehikel. Indien nutzte die Rakete um 102 Satelliten in den Erdorbit zu befördern, davon allein 88 von Planet Labs aus den USA. Dieser Start ist der erste weltweit, der über 100 einzelne Satelliten startet und aussetzt. Dies stellt einen neuen Weltrekord da.

PSLV kurz nach dem Start. Quelle: ISRO

Die Satelliten wurden auf einen etwa 505 km hohen Orbit befördert, der sie über die Pole führt. Dies ermöglicht es den Kunden, ihre Satelliten weltweit einzusetzen. Durch den niedrigen Orbit werden die Satelliten in 3-5 Jahre wieder in der Erdatmosphäre verglühen.

Weitere Satelliten kommen aus Großbritannien, den Niederlanden, den Vereinigten Arabischen Emiraten und aus Indien.